Wall Street schließt tiefer, da die Volatilität wohl weiter anhalten wird

London Capital Group: Die Wall Street konnte frühe Gewinne nicht halten und zeigte zur Mitte der Sitzung eine spektakuläre Umkehr, wobei sie durch die Schwäche der Technologieaktien nach unten gezogen wurde. Die US-Aktienindizes erfuhren über Nacht eine der größten Intraday-Bewegungen des Jahres, da die Volatilität sich für den Handel 2018 weiter als neue Norm erweist.

Nachdem der Dow im frühen Handel ganze 300 Punkte zulegen konnte, schloss er 344 Punkte tiefer auf einem Tagestief und befand sich wieder einmal in Korrekturgebiet. Der S&P schloss 1,7% tiefer, nachdem er von +0,6% bis zu +2,3% eine ganze Handelsrange durchlaufen hatte und nur knapp einer Korrektur entgehen konnte. Der technologielastige Nasdaq fiel um 2,9%, der drittgrößte Rückgang in diesem Jahr

Europa dürfte nach dem Dead Cat Bounce am Dienstag tiefer starten
Die asiatischen Aktien fielen im Einklang mit der Wall Street, wobei davon ausgegangen wird, dass das bei Eröffnung auf die europäischen Börsen überschlagen wird, was die Rallye vom Dienstag zu nichts anderem als einem Dead Cat Bounce macht.

Das Handelsumfeld hat sich in diesem Jahr dramatisch verändert, die Aktienauswahl wird im großen Stil zurück ins Geschehen kommen, da der entspanntere Ansatz der letzten Jahre beim Handel den Händlern nicht länger weiterhelfen wird, vor allem was die Technologieaktien angeht.

Techs nicht länger die Lieblinge der Wall Street?
In den letzten paar Jahren war es nicht nötig, zwei Mal darüber  nachzudenken, Tech-Aktien zu kaufen; sie waren die Lieblinge der Wall Street, die alleine im Jahr 2017 fast 40% (S&P Tech Index) zulegten. Aber dieses Jahr sah das ganz anders aus. Facebook fiel über Nacht weiter, und ist jetzt über 20% im Minus seit seinem Hoch im Februar. Der Datenmissbrauchsskandal hält weiter an.

Nvidia war mit einem Verlust von 7,6 Prozent der größte Verlierer im S&P, nachdem das Unternehmen angekündigt hatte, die Tests von fahrerlosen Autos auf öffentlichen Straßen vorübergehend auszusetzen, da es jüngst zu einem Todesfall gekommen war. Netflix verlor über 6% und Apple büsste trotz der Einführung eines neuen, günstigeren iPads 2,5% ein.

Da von den Wirtschaftsdaten im Vereinigten Königreich keine großen Auswirkungen erwartet werden, werden die Händler auf eine Reihe von US-Datenveröffentlichungen achten, die heute Nachmittag veröffentlicht werden. Da der Handel in den letzten Wochen viel Aufmerksamkeit erhalten hat, wird die US-Handelsbilanz ohne Zweifel im Vordergrund stehen; jedoch wird die Veröffentlichung des US-BIP im Mittelpunkt stehen. Ansonsten gibt es während der Woche relativ wenige Wirtschaftsdaten.

US-BIP im Fokus
Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen waren im letzten Quartal 2017 günstig. Ein robustes Wachstum der Arbeitsplätze und ein gesunder Konsum stützten komfortabel die Wirtschaft, was sich voraussichtlich in einer Aufwärtsrevision für das Wirtschaftswachstum von 2,5% im Vorjahr auf 2,7% (auf Jahresbasis) niederschlagen wird.

Die Veröffentlichung wird die Vorteile der Steuersenkungen noch nicht enthalten, und auch nicht die jüngsten Unsicherheiten über den Welthandel. Da jedoch der Wirtschaftskalender kaum weitere Datenveröffentlichungen vorsieht, sollte die Meldung Aufmerksamkeit auf sich ziehen.

Eine positive Überraschung nach oben, könnte die Möglichkeit einer Zinserhöhung im Juni erhöhen. Die Quoten von CME FedWatch-Quoten liegen bei 78%. Dies sollte den Dollar wieder zurück in Richtung 90,00 bringen. Sollte jedoch das Wachstum bei etwa 2,5 % verharren, könnten wir eine rückläufige Kaufnachfrage für den Dollar sehen, der dann 89 noch einmal testen könnte.

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