Aktie im Fokus: Bayer – Schnäppchen mit Schönheitsfehler

Ayondo Markets: Aufatmen bei Bayer: Die zur Wochenmitte präsentierte Bilanz ist Balsam für die geschundene Seele der Aktionäre. Ausgehend vom Jahrestief erholte sich der Kurs bereits um gut zehn Prozent. Noch im Frühjahr notierte die Aktie zeitweise um rund 40 Prozent unter dem im Vorjahr erreichten Rekordhoch, nur wenige Papiere im DAX entwickelten sich schlechter. Vor allem das Gebot für Monsanto verärgerte viele Investoren.

 

Kaum hatte Werner Baumann Anfang Mai den Chefposten beim Konzern übernommen, überraschte der Manager mit seinen Plänen, für 62 Mrd. Dollar den umstrittenen Saatgut-Spezialisten zu übernehmen. Zur Einordnung: Bayer selbst bringt gut 85 Mrd. Dollar auf die Börsenwaage. Aus Sicht der Amerikaner ist der Preis aber offenbar noch nicht hoch genug. Selbst das zuletzt von 122 auf 125 Dollar je Monsanto-Aktie erhöhte Gebot wurde vom Management des US-Konzerns als zu niedrig abgelehnt.

 

Beide Parteien verhandeln jetzt über eine Verschwiegenheitsvereinbarung, die Bayer tiefere Einblicke in die Bilanz ermöglichen würde und zu einem noch höheren Gebot führen könnte. Die Monsanto-Aktie steht allerdings bei 107 Dollar. Der deutliche Abschlag zur Bayer-Offerte zeigt, dass der Markt offenbar nicht an die Akquisition glaubt. Parallelen zur gescheiterten Übernahme von K+S durch Potash sind durchaus zu erkennen.

 

KGV lässt viel Spielraum

Seit Monaten hängt die schwebende Übernahme wie ein Damoklesschwert über dem Kurs und verhindert eine stärkere Erholung. Gerade die Unsicherheit schreckt viele Investoren ab, ein so großer Zukauf in der nach wie vor schwierigen weltwirtschaftlichen Lage birgt große Risiken. Rein fundamental betrachtet geht der Daumen hingegen klar nach oben. Dank hoher Wachstumsraten im Pharmageschäft legte der bereinigte Betriebsgewinn im zweiten Quartal stärker zu als erwartet. Vorstandschef Baumann erhöhte zudem die Prognose für das Gesamtjahr.

 

Auch die Erwartungen der Analysten zeigen nach oben. Mitte Februar lagen die Konsensschätzungen für das Ergebnis je Aktie für 2016 noch bei 6,95 Euro, aktuell sind es 7,21 Euro. Auf Basis der maßgeblichen 2017er-Prognosen liegt das KGV bei 11,8. Verglichen mit dem Zehn-Jahres-Durchschnitt von knapp 16 erscheinen die Papiere daher extrem billig, der Abschlag liegt bei 25 Prozent. Hier spiegelt sich deutlich die große Skepsis der Investoren wider.

 

Bayer_Ayondo

 

Die schlechte Performance hinterlässt natürlich auch im Kursbild keinen überzeugenden Eindruck. Seit dem Rekordhoch läuft die Aktie in einem Abwärtskanal, dessen obere Begrenzung bei 110 Euro liegt. Erst darüber würde die mittel- bis langfristige Prognose wieder positiv ausfallen. Hoffnung macht hingegen die seit Ende Juni gebildete Serie von steigenden Tiefpunkten.

 

Inzwischen hat das Indexschwergewicht auch den Rückschlag seit Bekanntwerden der Gespräche mit Monsanto wieder aufgeholt. Die nächsten Ziele liegen bei 102 Euro – hier liegt der Schnittpunkt aus horizontaler Barriere und 200-Tage-Linie. Mitte April endete die Bärenmarktrally am langfristigen Durchschnitt, auch jetzt dürfte eine Rückeroberung schwierig werden. Erst wenn der Monsanto-Deal endgültig platzt, dürfte eine kräftige Erholung starten und der Abwärtstrend gebrochen werden.

 

Autor: Feingold Research

 

 

Hinweis der Redaktion: Überblick über den Bayer Insiderhandel von 2007 bis 2016

 

 

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