Fed-Spekulationen bestimmen die Börse: Jahresendrally oder Unsicherheit für Anleger?

Gibt die US-Notenbank den Startschuss für die Jahresendrally?
In der ablaufenden Handelswoche setzten zumindest Aktienanleger stark darauf.
An den Rentenmärkten indes hält sich die Vorfreude auf die letzte Sitzung der Fed in diesem Jahr in Grenzen.
Es überwiegt eher das Unbehagen, weshalb Gold wieder einen deutlichen Sprung in Richtung Jahreshoch unternommen hat.
Zugleich knackt Silber historische Rekordmarken in Serie.
Der US-Dollar verliert ebenso unter der Erwartung einer Zinssenkung.
Wenn Aktien in freudiger Erwartung einer Zinssenkung der US-Notenbank steigen, ist das zunächst einmal nichts Ungewöhnliches.
Am deutschen Aktienmarkt hat die Hoffnung darauf zu einem Stimmungsumschwung beigetragen, sodass der Leitindex DAX die abgelaufene Handelswoche mit einem Plus abgeschlossen hat.
DAX Chart
Zinsanstieg zeigt Zweifel an Hassett als Fed-Nachfolger
Die Bedenken der Rentenanleger zeigen sich in den Zinsanstiegen in der abgelaufenen Handelswoche, sowie in der Abwertung des US-Dollar.
Zunächst einmal ist es zweifelhaft, dass Kevin Hassett als Präsident im FOMC-Gremium für einen aggressiven Zinssenkungskurs die Mehrheiten dafür einfach bekommt. Darüber hinaus müsste er auch noch die Anleiheinvestoren überzeugen, dass dies eine gute Idee ist.
Insbesondere Letztere zeigten sich aber skeptisch und teilten bereits ihre Bedenken gegen eine mögliche Berufung von Hassett dem US-Finanzministerium mit.
Der ungewöhnlich starke Lauf von Gold und auch von Silber in diesem Jahr dürfte sich auch aus der Unsicherheit speisen, die die Regierung Trump mit den Angriffen gegen die US-Notenbank losgetreten hat. Eine vermutlich zu erwartende intensivere Auseinandersetzung innerhalb der Fed dürfte dem Vertrauen in US-Treasuries sowie dem Greenback nicht unbedingt förderlich sein.
Doch es gibt wenig Alternativen.
Gold Chart
Anleger misstrauen auch Europa
Europa kann hier für Anleger keinen sicheren Hafen bieten.
Das liegt auch an der wirtschaftlichen Schwäche hierzulande, der mit einer höheren Staatsverschuldung begegnet werden soll.
Das Misstrauen der Anleger zeigt sich deshalb ebenso am Rentenmarkt, da die Renditen der Bundesanleihen fast parallel zu den der US-Treasuries gestiegen sind.
Zugleich gaben die der italienischen Staatsanleihen nach, sodass sich die Renditedifferenz zwischen Italien und Deutschland auf gut 70 Basispunkte verringert hat, bei einem langfristigen Durchschnittswert von 150 Basispunkten.
Wochenausblick
Renten dürften in der Berichtswoche wenig profitieren, selbst wenn die US-Notenbank wie erwartet die Zinsen senkt. Neben der Sitzung der Fed dürften die Daten zur deutschen Industrieproduktion von Interesse sein. Die Auftragseingänge im Oktober sowie die Aufwärtsrevisionen der Vormonate lassen hoffen, dass sich die deutsche Industrie zum Start ins Schlussquartal stabilisiert hat.
Ob das insgesamt für die Jahresendrally reicht, sei dahingestellt.
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