IWF senkt Prognose: nur noch 0,8 Prozent Wachstum für Deutschland

Der Internationale Währungsfonds (IWF) rechnet mit einem etwas schwächeren Wachstum der Weltwirtschaft als bislang. „Erneut droht die Weltwirtschaft aus der Bahn zu geraten“, erklärte die Organisation am Dienstag. Waren es vergangenes Jahr noch „höhere Handelsbarrieren und verstärkte Unsicherheit“, so dürften nun das eingebrochene Angebot von Rohstoffen infolge der blockierten Straße von Hormus und die Unsicherheit durch den Nahost-Krieg das Wachstum belasten.

Bei vielen Nationen korrigierte der IWF seine Prognosen nach unten – die Annahmen seien allerdings nur dann gültig, sofern der Krieg in Dauer, Intensität und Umfang begrenzt bleibe und die wirtschaftlichen Störungen bis Mitte 2026 abklingen würden.

 

Nur noch 0,8 Prozent Wachstum für Deutschland

Für Deutschland bedeutet die neue Prognose nur ein Vierteljahr nach der jüngsten Anhebung wieder eine Korrektur nach unten: 2026 dürfte die deutsche Wirtschaft nun um 0,8 Prozent wachsen – noch im Januar hatten die Konjunkturexperten ihre Erwartungen auf 1,1 Prozent nach oben gehievt.

Für die Weltwirtschaft erwartet die Organisation in diesem Jahr ein Wachstum von 3,1 Prozent (Januar: 3,3 Prozent). 2027 soll die Welt weiterhin um 3,2 Prozent zulegen. IWF-Chefin Kristalina Georgiewa hatte zuletzt bereits gewarnt: „Selbst im besten Fall wird es keine saubere und reibungslose Rückkehr zur Vorkriegssituation geben.“ Das Wachstum werde langsamer ausfallen – „selbst wenn der neue Frieden von Dauer ist“.

Von politischem Aktionismus, etwa Markteingriffen oder allgemeinen Steuererleichterungen zur Senkung der Benzin- und Dieselpreise, riet der IWF in seinem aktuellen Bericht dennoch ab. „Wo finanzielle Unterstützung als notwendig erachtet wird, um die Schwächsten vor extremen externen Schocks zu schützen, sollte sie gezielt, zeitnah und befristet erfolgen“, erklärte der Währungsfonds.

Für die Eurozone rechnet der IWF in diesem Jahr nunmehr mit einem Plus von 1,1 Prozent (Januar: 1,3 Prozent). Für 2027 erwartet die Organisation ein Konjunkturplus von 1,2 Prozent statt bislang 1,4 Prozent.

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