Marktkommentar: Gedämpfte Stimmung an der Wall Street

XTB: Bei den drei großen US-Aktienindizes waren am Donnerstag sehr unterschiedliche Kursentwicklungen zu beobachten. Der technologielastige NASDAQ profitierte von den Ergebnissen von Microsoft und Facebook, erreichte neue Höchststände und outperformte mit einem Zuwachs von 0,21%. Der Leitindex Dow Jones blieb wiederum zurück und tut sich schwer seine Rallye fortzusetzen, während der marktbreite S&P 500 bei der US-Eröffnung an Boden verlor, sich allerdings schnell fangen konnte und daraufhin flach schloss.

Der Aufwärtstrend bleibt intakt, unterhalb der psychologisch wichtigen 2.900 Punkte-Marke wäre mit deutlich mehr Abwärtsdruck zu rechnen.

Die mit großer Sorge beobachtete US-Berichtssaison fiel bislang besser aus als erwartet, allerdings konnten die asiatischen Aktienmärkte, insbesondere in China, nicht von einer höhere Risikobereitschaft profitieren, da diese überwiegend mit Rückgängen zu kämpfen hatten. Des Weiteren verpasst die kritische Entwicklung in den Schwellenländern, wie beispielsweise in der Türkei oder Argentinien, dem allgemeinen Stimmungsbild einen Dämpfer.

Die Anleger werden sich heute auf die vorläufigen BIP-Daten aus den USA für das erste Quartal 2019 konzentrieren, um den Einfluss der Konjunkturverlangsamung sowie der Stilllegung der Regierung auf die US-Wirtschaft zu beurteilen.

 

 

 

 

 

 

Sollten die BIP-Daten heute Nachmittag zeigen, dass die USA besser abschneiden als andere Regionen der Welt, könnte der USD seine jüngst an breiter Front erkennbare Stärke halten. Weiche Daten lassen zumindest darauf schließen, dass die Konjunkturaussichten deutlich zu Gunsten der US-Wirtschaft stehen. „Wenn wir eine gute Zahl sehen, wird der Euro wahrscheinlich auf die psychologische Schlüsselebene von 1,1000 USD ausgerichtet sein” sagte Nick Twidale, Head of Operations beim Broker Rakuten Securities.

Der EURUSD bildete gestern in seiner Anfang 2018 eingeleitete Abwärtsbewegung ein neues Tief aus, wobei die Abwärtsdynamik deutlich nachließ. Für die EUR-Bullen wäre eine Zurückeroberung des zu Beginn des Monats ausgebildeten Doppelbodens um die 1,1280 ein erster Erfolg. Die genannten BIP-Daten könnten hier zum Ende der Handelswoche entscheidend für das Paar sein.

Des Weiteren schloss der Vizepräsident der EZB Luis de Guindos am Donnerstag bei einer Rede das Drucken von mehr Geld nicht aus, um die Inflation der Eurozone zu erhöhen.

 

 

 

 

 

 

Die Chancen, dass Premierministerin Theresa May nächste Woche ihren Deal im britischen Parlament zur Abstimmung stellt, um eine Beteiligung an den bevorstehenden Europawahlen zu vermeiden, stehen schlecht. Trotz wochenlanger Gespräche mit der oppositionellen Labour-Partei war bisher kein Durchbruch zu erkennen und der Druck der Brexit-Befürworter innerhalb der Konservativen Partei einen Termin für ihren Rücktritt festzulegen steigt.

GBPUSD bewegte sich diese Woche ausschließlich unterhalb der kürzlich unterschrittenen Unterstützungszone um die 1,30er-Marke.

Im heutigen frühen Handel notiert das Paar zum ersten Mal seit Tagen mit 1,1914 leicht in der Gewinnzone. Großbritannien wurde zwar eine Fristverlängerung gewährt, um einen „harten“ Brexit zu verhindern, solange die nächsten Schritte im Brexit-Prozess unklar bleiben, ist fraglich, ob die GBP-Aufwertung nachhaltig ist.

Am deutschen Aktienmarkt waren die Bären gestern bemüht den Kurs Richtung Süden bringen.

 

 

 

 

Im Intraday-Handel waren über den Tag verteilt mehrere Versuche auf der Unterseite zu erkennen, wobei der DE30 gegen Nachmittag bei 12.260 Punkten sein Tagestief erreichte und von dort aus bis zum Ende der Sitzung fast alle seine Verluste wieder ausgleichen konnte. Sollten dennoch mehr Anzeichen von Schwäche folgen, wäre eine korrektive Bewegung in Richtung 12.050 Punkten nicht unrealistisch.

Andererseits sind die Jahreshochs in Reichweite, sodass auch ein höheres Hoch in der Rallye von 2019 technisch gesehen möglich wäre.

 

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