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XTB: Intervention oder nur warme Worte von der Bank of Japan?

Nachdem die anfängliche Enttäuschung über die Zurückhaltung der Federal Reserve und der Europäischen Zentralbank verarbeitet war, hat sich am Markt die Überzeugung durchgesetzt, dass die Notenbanken für die nötige Rückendeckung sorgen werden. Diese Erkenntnis hat die Stimmung der Märkte gehoben und sorgt für steigende Kurse an den Börsen. Während diese Entwicklungen noch in die Preise eingearbeitet werden, richtet sich der Blick der Anleger auf die Bank of Japan, deren Präsidium aktuell tagt. In der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag mitteleuropäischer Zeit wird dann die Entscheidung erwartet.

 

Bei ihrer letzten Sitzung am 12. Juli hatte die BoJ ihren Leitzins unverändert bei 0,1 % belassen. Bereits damals war die japanische Wirtschaft nicht im besten Zustand. Einzelhandelsumsätze waren zurückgegangen, die Industrie produzierte weniger und passend dazu fiel der Einkaufsmanagerindex unter 50 Punkte, was ein Indikator für eine Kontraktion der Wirtschaft ist. Damals notierte ein US-Dollar noch bei 79,283 ¥. Mittlerweile liegt er fast einen Yen tiefer bei 78,333 ¥ und von der dortigen Wirtschaft gab es in der Zwischenzeit auch wenig positive Meldungen. Schon einen Tag nach dem letzten Zinsentscheid ging die Industrieproduktion überraschend stark zurück. Ende vergangenen Monats fielen dann auch noch die Einzelhandelsumsätze überraschend schlecht aus und der Verbraucherpreisindex lag im deflationären Bereich. Bis heute konnten sich Industrieproduktion und Einkaufsmanagerindex nicht erholen.

 

Schuld an der schlechten Lage der japanischen Wirtschaft wird unter anderem dem starken Yen gegeben, der die exportorientierten Unternehmen behindert. Die Stärke der japanischen Währung resultiert aus ihrer Stellung als sicherer Hafen in einer Welt des gesunkenen Risikoappetits aufgrund der Euro-Krise und der weltweiten Verlangsamung des Wirtschaftswachstums. Ein Teil der Aufwertung ist auch auf Repatriierungen, sprich der Auslandsrückholung japanischer Vermögen zurückzuführen.

 

Diese Ausgangslage hatte zu Spekulationen über eine Schwächung des Yen durch die Bank of Japan Anlass gegeben. Im Gespräch sind Käufe ausländischer Staatsanleihen mit Zentralbankgeld. Konzentrieren würden sich die Interventionen wahrscheinlich auf amerikanische Bonds, weil die USA der wichtigste Handelspartner Japans sind.

 

Im Vorfeld der Entscheidung kommen aber Zweifel auf, ob es bereits diese Woche zu einer Intervention der BoJ kommen wird. Die Zentralbank könnte sich den anderen großen Notenbanken anschließen und eine abwartende Stellung einnehmen, um den Einfluss des starken Yen auf die Wirtschaft zu untersuchen. Denn eine starke Währung behindert zwar die Exporte, unterstützt aber gleichzeitig die Importe. Dazu sollte man bedenken, dass im zurückliegenden Jahr Japan ein Handelsbilanzdefizit hatte, weil es nach Fukushima verstärkt fossile Brennstoffe importieren musste.

 

Im frühen europäischen Handel wertet der Yen gegen Euro und US-Dollar ab. Die Investoren erhoffen sich auch aus Japan Rückendeckung für die Weltwirtschaft. Selbst wenn keine Maßnahmen angekündigt werden, kann man doch, wie bei EZB und FED, verbale Unterstützung erwarten.

 

Offenlegung gemäß §34b WpHG wegen möglicher Interessenkonflikte: Der Autor ist in den besprochenen Wertpapieren bzw. Basiswerten derzeit nicht investiert.

von Nikolas Mauder

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