Enttäuschte Aktionäre – Futures-Premiere bei Bitcoin

Bernstein Bank: Schmerzhafter Wochenstart für die Bullen an der deutschen Börse – der Montag bringt zunächst Verluste. Der Grund sind enttäuschte Hoffnungen in den Zollstreit-Verhandlungen zwischen China und den USA.

Abtauchen in Frankfurt
Die Anleger an der deutschen Börse haben sich zum Wochenbeginn erst einmal bedeckt behalten. Der DAX rutschte bis zum Mittag um 1,1 Prozent auf 12.326 Zähler. Für Skepsis sorgten die schwachen deutschen Einkaufsmanagerindizes.

Enttäuschung im Zollstreit
Für Verkaufsdruck sorgte jedoch vor allem Peking. Offenbar ist eine Einigung im Zollstreit zwischen China und den USA in weite Ferne gerückt. Die chinesische Delegation sprach nach zweitägigen Vorbereitungen in Washington für die Anfang Oktober geplanten Gespräche zwar am Samstag von „konstruktiven Diskussionen“. Allerdings cancelte die Delegation einen Besuch bei Farmern in Montana und Nebraska. Was darauf hindeutet, dass die Chinesen die zugesagten Käufe – vor allem von Soja – gar nicht in die Realität umsetzen wollen.

 

Ein extrem selbstbewusster US-Präsident Donald Trump dämpfte derweil die Hoffnungen auf eine schnelle Einigung. Er brauche nicht unbedingt vor der Präsidentenwahl im November 2020 ein Handelsabkommen, sagte der POTUS (President of the United States).

Trump ergänzte am Freitag auf der Pressekonferenz mit dem australischen Premier Scott Morrison, er wolle keine Interimslösung – sondern einen kompletten Deal. Zudem reiche es nicht, dass die Chinesen einfach mehr Agrarprodukte kaufen. Dabei hatten die USA laut „Politico“ Entgegenkommen signalisiert – die US-Regierung wolle einige chinesische Produkte von Strafzöllen ausnehmen.

Wobei es wohl eher um die Lösung von Zulieferproblemen von US-Firmen gehen dürfte.

Dies sieht doch sehr nach einer um Monate verlängerten volatilen Hängepartie an der Börse aus.

Damit gilt weiter: Sie sollten auf Ihrer Handelsplattform den direkten Marktzugang offen und regelmäßige Markt-Updates im Blick behalten.

 

Verkäufe in Übersee
Angesichts der Zollverhandlungen drückten die Anleger auf die Sell-Taste. In China setzte der CSI-300 um 1,1 Prozent zurück auf 3.891 Zähler. In Japan fand wegen des Feiertags zum Herbstanfang am Montag kein Handel statt. Die Wall Street hatte am Freitag ebenfalls im Minus geschlossen. Zudem sorgte der große Verfall an den Terminmärkten für Turbulenzen. Der Dow Jones Industrial verlor 0,6 Prozent auf 26.935 Punkte – auf Wochensicht belief sich das Minus damit auf gut 1 Prozent.

Der S&P 500 verlor am Freitag 0,5 Prozent auf 2.992 Zähler und der Nasdaq 100 rutschte sogar um 1 Prozent auf 7.824 Stellen.

 

Futures-Premiere bei Bitcoin
Für alle Bitcoin-Trader gibt es übrigens ein Novum: Intercontinental Exchange, der Eigner der New York Stock Exchange, startete gestern seinen ersten Futures-Kontrakt, der in Bitcoin ausgezahlt wird.

Auf den Preis der Krypto-Währung hatte dies zunächst kaum Auswirkungen, er pendelte um 9.950 Dollar herum.

 

 

Ukraine-Desaster für die Demokraten
Zu guter Letzt ein Blick in die US-Politik: Die Ukraine-Affäre verwandelt sich gerade in ein Desaster für die Demokraten. Denn offenbar hat Trump seine Macht nicht missbraucht und Druck auf Kiew ausgeübt, unangenehme Details über die Biden-Familie zu veröffentlichen. Sagte zumindest der ukrainische Außenminister Vadym Prystaiko der Publikation „Hromadske“. Wie auch immer: Nun rückt Hunter Biden in den Fokus, der Sohn des derzeit führenden demokratischen Herausforderers Joe Biden.

Hunter soll beim Gas-Konzern Burisma laut „New York Times“ bis zu 50.000 Dollar im Monat verdient haben – ohne Erfahrung mit der Ukraine oder in der Gasbranche. Das zu der Zeit, als Joe Biden Vizepräsident war und als die USA Druck erfolgreich Druck ausübten zur Entfernung des ukrainischen Generalstaatsanwalts, der damals Burisma untersuchte.

Übrigens war Hunter wegen Kokainmissbrauchs aus der Navy-Reserve entlassen worden – und in die war er nur dank einer Ausnahmeregelung ohne Militärausbildung gekommen.

Warum ist das interessant, wenn Sie CFD handeln oder online bei Aktien engagiert sind? Ganz einfach: Weil die Wall Street nur bei einem Wahlsieg von Trump im Hausse-Modus bleiben dürfte. Glaubt zumindest die Hedge-Fonds-Legende Leon Cooperman.

Er sagte auf der von CNBC veranstalteten Konferenz „Delivering Alpha”, falls Bernie Sanders oder Elizabeth Warren gewinnen, werde dies den nächsten Bärenmarkt einleiten.

 

Das bringt der Tag
Der Terminkalender bringt am Montag einige interessante Events.

Zunächst wird um 14.30 Uhr der Chicago Fed National Activity Index August gemeldet.

Dann stehen um 15.45 Uhr die US-Einkaufsmanagerindizes an.

Zeitgleich wird die Europäische Zentralbank ihren Wochenbericht zum Anleihekaufprogramm veröffentlichen.

Da auch der scheidende EZB-Präsident Mario Draghi das Wort ergreift, wird es interessant bei Euro und Anleihen.

In Deutschland treten die Indexänderungen für DAX, MDAX und SDAX in Kraft.

 

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