Späte Trendwende an der Wall Street beflügelt europäische Futures

London Capital GroupDie Wall Street legte über Nacht eine beeindruckende Erholung hin. Der Dow erholte sich von seinen Anfangsverlusten von 500 Punkten und schloss mit 34 Punkten im Plus, und auch der S&P und der Nasdaq schlossen 0,2% bzw. 0,7% höher.

Apple führte den Turnaround an und erholte sich von einem Ausverkauf, nachdem ein chinesisches Gericht entschieden hatte, den Verkauf der meisten iPhone-Modelle zu verbieten, indem es einer einstweiligen Verfügung von Qualcomm stattgegeben hatte. Apple wird gegen die Entscheidung Berufung einlegen und vorerst sind alle Modelle in China noch im Verkauf.

Dieser Vorfall zeigt, dass die Technologie trotz der laufenden Handelsgespräche ein Kernthema zwischen China und den USA bleibt. Technologie und Vertrauen sind der Schlüssel zur Diskussion zwischen den beiden Mächten und sind Themen, die diese Woche mehrmals aufgetaucht sind, zuletzt mit der Verhaftung des CFO von Huawei und nun mit der einstweiligen Verfügung gegen Apple.

 

 

Der US-Markt erholte sich in einer sprunghaften Sitzung über Nacht, die zeigte, wie nervös die Händler immer noch sind. Der geringste Hinweis auf schlechte Nachrichten führt zu einem übertriebenen Ausverkauf. Die Aufwärtswende, die wir gesehen haben, ist ein bullisches Zeichen, zumindest kurzfristig und verhilft den europäischen Futures zu Plusnotierungen.

Dies dürfte jedoch für einen Ausbruch aus dem längerfristigen Abwärtstrend nicht ausreichen.

Brexit-Unsicherheit zieht Pfund nach unten
In der vorangegangenen Sitzung belasteten die Brexit-Sorgen die Märkte auf der ganzen Welt. Die parlamentarische Abstimmung von Theresa May über den Brexit-Deal ließ das Pfund um 1,3% gegenüber dem Dollar fallen. Nach einer der volatilsten Sitzungen seit Jahren brach das Paar auf ein 20-Monatstief von 1,2510 USD ein.

Solange Händler keine sichere Vorstellung davon haben, was mit dem Brexit passieren wird, werden sie extrem nervös bleiben. Nachdem die Möglichkeit eines harten Brexits sehr real bleibt, erweist sich dies zusammen mit der zunehmenden politischen Unsicherheit als eine tödliche Mischung für das Pfund.

 

 

Theresa May wird nach Brüssel zurückkehren, um zu versuchen, die irische Auffanglösung (Backstop) mit der EU neu zu verhandeln, obwohl die EU sehr deutlich gemacht hat, dass es keinen Spielraum mehr für Verhandlungen gibt. Die britischen Minister gehen am 20. Dezember in die Weihnachtspause.

Die Anleger werden genau beobachten, ob sie bis dahin etwas aus der Tasche ziehen kann oder ob dies eine Taktik war, um das Parlament mit der Reaktion des Marktes zu erschrecken. So oder so, die Unsicherheit wird das Pfund vorerst unter erheblichem Druck halten.

Brexit und die globalen Wachstumsängste
Der FTSE 250, der weniger international ausgerichtete Aktien enthält als der FTSE 100, fiel in der vorangegangenen Sitzung um 2%. Der FTSE 100 schloss 0,8% niedriger und entwickelte sich damit besser als die europäischen Börsen, da ein schwächeres Pfund für die internationalen Unternehmen im Index von Vorteil ist.

Aber auch die Probleme mit dem Brexit verstärken die globalen Wachstumsängste, die in letzter Zeit den Markt besorgt haben.

Heute erwarten wir eine höhere Bewegung bei den globalen Aktien, aber das ist eher eine Verkaufspause als ein entschlossenes Kaufen.

 

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